Wissen
Zärtliche Berührungen und Massagen haben vieles gemeinsam: Sie reizen pro Quadratzentimeter Haut rund 3000 Hautsinnesorgane. Fein verzweigte Nervenbahnen verteilen die Kontaktsignale im ganzen Körper. Berührungen haben deshalb Macht. Wissenschaftler fanden heraus, dass der Körper aufgrund der Hautreize Wohlfühlhormone (zum Beispiel das Liebeshormon Oxytocin) produziert, und die aus gelöste Botenstoffkaskade Ängste nimmt und Schmerzen lindert, Stress und Verspannungen abbaut und sogar die Lernfähigkeit und das Immunsystem stärkt.
Die Arbeit mit dem Körper ist eine der ältesten und zugleich eine fast vergessene Heilkunst. Körperlichkeit und die Berührung anderer Menschen wurde zurückgedrängt in Teilbereiche der Intimbeziehung und Sexualität. Der Mensch hat sich darüber aufgeteilt in ein Verstandeswesen und einen Körper. Was bleibt, ist das zunehmend ungestillte Grundbedürfnis nach Nähe, Geborgenheit und nach Entspannung.
Die Klassische oder auch Schwedische Massage wird heutzutage weltweit von Masseuren, Physiotherapeuten und Ärzten praktiziert und ist daher eine der bekanntesten Massageformen. Das liegt unter anderem daran, dass die Klassische Massage wissenschaftlich und medizinisch anerkannt ist und es keine Zweifel an ihrer Wirkung gibt. Über die heilenden Aspekte für die Psyche war sich die medizinische Fachwelt lange nicht einig, inzwischen gibt es aber zahlreiche Nachweise auch für psychische und sogar psychosoziale Wirkungen von Massagen. Viele Gründe, die Massage interessant machen – erstaunliche Erkenntnisse über ein uraltes Thema: schließlich ist die Massage im weitesten Sinne eines der ältesten Heilmittel der Menschheit und die ursprünglichste Form der wohltuenden Berührung.
Was kann Massage?
- Lokale Steigerung der Durchblutung
- Senkung von Blutdruck und Pulsfrequenz
- Entspannung der Muskulatur
- Lösen von Verklebungen und Narben
- Verbesserte Wundheilung
- Schmerzlinderung
- Einwirken auf innere Organe über Reflexbögen
- Psychische Entspannung
- Anxiolytische Effekte
- Reduktion von Stresshormonen (u.a. Cortisol)
- Verbesserung des Zellstoffwechsels im Gewebe
- Entspannung von Haut und Bindegewebe
- Beeinflussung des vegetativen Nervensystems
- Sexuelle Erregung